Schlacht um Arnheim Teil 4

Schlacht um Arnheim Teil 4

Der September is ein wichtiger Monat für die Stadt Arnheim. Es wird stets an die britischen Airborne Truppen gedacht, die während der Operation Market Garden hier landeten. Ihr Ziel war es die Rheinbrücke einzunehmen und so direkt ins Deutsche Reich zu gelangen. 

In diesem Zusammenhang postet ArnhemLife um an die Ereignisse der Schlacht zu erinnern. Unser Gastblogger zu diesem Thema ist Joey van Meesen, welcher Experte im Gebiet 2. Weltkrieg ist. Zudem ist er unser Tourguides für ArnhemLife’s Schlacht um Arnheim Touren. 

Jetzt aber zum 4. Teil der Serie!

Der letzte Teil beschäftigt sich eingehend mit Lt. Col. John Frost und die Brücke von Arnheim. Da die deutschen Truppen das 1. und 3. britische Battalion aufhielten, erreicht das 2. Battalion unter Frost als einzige ihr Ziel: Die Rheinbrücke am Abend des 17. Septembers. Kurze Zeit später schlossen die Deutsche ihre Linien entlang des Rheins

Frost’s Hauptquartier

Auf der westlichen Seite des Brückenkopfes, wo sich heute der Prinsenhof 10 befindet, schlug Lt. Col. Frost sein Hauptquartier auf. Dort ist heute eine Plakette die daran erinnert. Der Rest seiner Truppe verstreute sich auf die heutige Eusebusbinnensingel und Eusebiusbuitensingle. Für alle die die Brücke besuchen, lasst den Blick auf die Umgebung schweifen und stellt euch die Geschehnisse bildlich vor. Alle modernen Gebäude die ihr erspäht sind das Resultat derZerstörung während eben jener Schlacht von September 1944. Um euch das Areal der Schlacht um Arnheim zu verdeutlichen, haben wir folgende einfache Karte verlinkt. Klickt hier,

Private Battle of Arnhem tour

Als das 2. Battalion ankam, wollten sie zum südlichen Ende der Brücke marschieren, wurden jedoch von dem Feuer aus einem gegenüberliegenden Verteidigungsbunkers überrascht. Mithilfe von Flammenwerfern und einer PIAT wurde das Maschinengewehr nest samt Munition unschädlich gemacht. Da die Flammen auch auf die Brücke übergriffen, brannte es die ganze Nacht. 

Um 8.30 des nächsten Tages rückten Halbgepanzerte Autos und Panzer der 9. SS Panzerdivisionüber die Straße von Nijmegen zum nördlichen Ende der Brücke. Die britischen Truppen warteten ab, bis das erste Fahrzeug an der Schule in der sie sich verschanzt hatten passierte, um dann das Überraschungsfeuer zu eröffnen. Eines der halbgepanzerten Autos raste daraufhin in die Schule. Die Straßenschlacht dauerte 2 Stunden an und zerstörte 12 deutsche Fahrzeuge. Der Kommandant und 70 Soldaten seiner Truppe ließen ihr leben. 

St. Elisabethgasthuis Arnhem @ArnhemLife

 

Van Limburg Stirum Schule

Ein weiterer wichtiger Ort war die Van Limburg Schule, welche ebenfalls auf der Karte eingezeichnet ist (Link). Teile der C Company des 3. Battalions, welche erst in Oosterbeek stecken geblieben waren, kämpfte sich bis Arnheim durch. Sie nutzten die Eisenbahnstrecke um sich in die Stadt einzuschleichen. An der Seite der 1. Parachute Squadrone des Royalen Ingenieure nisteten sie sich in dem Schulgebäude ein. Zusammen verteidigten sie diese. 

Situation am 18. September

Lt. Col. Frost delegierte das 1. und 3. Battalion die Brücke von Arnheim in der Nacht zum 18. zu sichern. Im vorherigen Teil 3 der Serie wurde das Geschehen im Detail beschrieben. Da der Anschluss an Lt. Col. Frost Truppen  durch die XXX Corps nicht gelang und diese von den deutschen Truppen massiv geschwächt wurden, konnten die Deutschen am 19. September sich ganz auf die Brücke mit Frost’s Männern konzentrieren. Die XXX Corps waren bereits in Nijmegen stecken geblieben. Die 82. Airborne scheiterte an dem Versuch die Brücke einzunehmen und somit war es für die britischen Truppen und Geschütze unmöglich nach Arnheim zu gelangen. 

Die Brücke und John Frost

Die 1. Independent Polish Brigade sollte eine Meile südlich der Brücke landen. Da Frost’s Untergebener Lieutnant Hibbert jedoch einerlei Kommunikationsverbindung aufbauen konnte, wussten sie nicht, dass jene Landung verschoben worden war. Zudem wusste er ebenfalls nicht, dass die 82. Airborne ihre zugewiesene Brücke nicht eingenommen hatte, wodurch keine Bodenverstärkung nach Arnheim und somit zu ihm gelandet konnte. 

Die folgenden Tage kämpften die kleinen Gruppenverbände von Frost unerbittlich in Teils isolierten Häuser, die ihnen dabei Schutz und Deckung boten. Probleme für die Männer waren die schwindende Munition, Essen, Wasser und obendrauf noch der Schlafentzug. Jedoch gewannen die Deutschen mehr und mehr die Oberhand.

Am gleichen Abend wurde Lt. Col. Frost durch eine Granate verwundet. Er und seine Männer entschieden, die Brücke trotz allen Widrigkeiten so lange zu halten wie irgend möglich. Durch zwei  Militärdoktoren, wurden Frost darüber unterrichtet, dass 200 seiner Männer stark verwundet seien und aufgrund der Versorgung in Lebensgefahr gerieten. Daher handelte er einen Waffenstillstand mit den Deutschen aus, welche sogar bei der Bergung von Verwundeten halfen. Die Geborgenen wurden in das Krankenhaus in Arnheim geschafft. Auch der Kolonnen selbst begab sich in dort hin und übertrug das Kommando an Crawley. Nach Ablauf des Waffenstillstandes luden die Deutschen ihre Waffen wieder durch um auf die 250 Verbliebenen zu schießen. Sie harrten bis zum folgenden Morgen aus, bevor sie gefangen genommen wurden. Damit war das ultimative Ziel der Operation Market Garden gescheitert, trotzdem marschierten die gefangenen Briten mit erhobenen Häuptern durch die Straßen Arnheims

Lieutenant Grayburn

Lieutenant Grayburn bekam für die Verteidigung der Brückenrampe post-post-mortem das Victoria Cross. Trotz mehrfachen Verwundungen (Schussverletzung an Schulter und Rücken) organisierte er nach verbitterter Verteidigung, den Rückzug durch den Einsatz seines Lebens. Major Tatham-Warter schrieb, dass ohne seinen Einsatz und seine Führung, die Brücke nie solange hätte gehalten werden können.

John Frost Bridge 2017 @ ArnhemLife

 

Heutzutage lässt es sich schwer Vorstellung, wie Arnheim damals aussah, da beinahe alle historischen Häuser und Gebäude zerstört wurden. Über die Jahre hat die Stadt sich aus dem Schutt neu erfunden mit modernen Gebäuden. Wir sollten diesem Teil der Stadtgeschichte nicht vergessen, da es somit auch Teil unserer Identität ist. 

Vielen Dank für das Lesen! 

 

Quelle: Joey van Meesen’s Website: Joedemadio’s WW2 History and Battlefield Blog

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